Singapur, Stephan, Stadt der Jogger, Hauptstadt und Fledermäuse

Hallo liebe Leser des Munchkin Blogs oder Facebooknutzer die sich auf meinen Link verirrt haben,

im Moment schreibe ich euch aus einem kleinen netten Café in Batemans Bay. Einem Nest ca. 150km östlich der australischen Hauptstadt Canberra. Eigentlich wollte ich hier erst heute ankommen (es ist gerade 17 Uhr bei mir), allerdings bin ich doch schon gestern eingetroffen: Eine liebe Bekannte die ich in Canberra treffen wollte, ist leider krank geworden. Was Erstens dazu geführt hat, dass wir uns nicht gesehen haben und Zweitens, dass ich keine Unterkunft hatte. Für die erste Nacht in Canberra hab ich ein nettes kleines B&B gefunden (Grüße an Mark, den Besitzer:)), doch von Montag auf Dienstag war die Stadt total voll. Irgendeine politische Veranstaltung vermutlich. Auf jeden Fall habe ich mich dann noch um 18 Uhr auf den Weg zur Küste gemacht. Das war nicht gerade ein Spaß: Nebel und ziemliche Berge standen mir im Weg. Wenn man dann ca. 30Minuten kein anderes Auto geschweige denn eine Ausfahrt, ein Haus oder einen Menschen sieht, wird einem auch etwas anders. Aber es ist alles gut gegangen und ich bin hier in Batemans Bay in einem sehr schönen Motel direkt am Strand angekommen. An diesem und anderen Stränden habe ich auch meinen Tag verbracht.

Kurzes Update was bis jetzt auf dieser Reise schon alles passiert ist. Sie dauert erst knapp 1 ½ Wochen, aber es kommt mir eher wie 3 Wochen vor.

Canberra hat mir – im Gegensatz zur gängigen Meinung – sehr sehr gut gefallen. Mag daran liegen, dass ich ein Freund von Symmetrie und Monumentalbauten bin. Die Hauptstadt ist genauso wie Pretoria oder Brasilia eine geplante Stadt und gerade mal 97 Jahre alt. Genau dieser Geburtstag wurde bis Sonntag gefeiert: Sonntagabend gab es ein Open Air Konzert im Stadtpark, ganz in der Nähe der Parlamentsgebäude. Ich hatte davon keine Ahnung, schlendere am Abend durch die Gegend, schaue mir die schönen Bauten an und höre plötzlich klassische Musik. Am anderen Ende war das Konzert mit ca. 8000 Leuten aus Canberra, einem recht gutem Symphonie Orchester, einem Chor und tollen Stücken aus Carmen, La Traviata, von Beethoven oder australischen Komponisten. Es ging ca. 3 Stunden und war wunderbar. Ich stand die ganze Zeit neben einem netten Mann aus Sri Lanka, der seit 15 Jahren in Australien lebt und mit seiner Frau und drei Kindern inzwischen in Canberra zu Hause ist.

Nach dieser schönen Ankunft habe ich mir am Montag Zeit für die Museen genommen, mir das alte und neue Parlament sowie das War Memorial angeschaut. Leider blieb keine Zeit mehr für Australian National Museum, da ich ja wie gesagt einen Tag früher aufbrechen musste.

Vor Canberra lag Sydney. Dort habe ich zwei Nächte in einem kleinen Hostel in Manly Beach verbracht und eine Nacht in Cronulla Beach. Sydney City habe ich durch einen 8stündigen Spaziergang kennen und auch mögen gelernt. Es ist eine sehr hippe und für australische Verhältnisse wohl auch sehr schnelllebige Stadt. Mir hat sie gut gefallen, vor allem natürlich die Area rund um Opernhaus und Harbour Bridge, wobei beides nicht so umwerfend ist, wenn man mal davor steht. Toller war da schon die Fahrt mit der Fähre von Manly zum Circullar Quay, also direkt ins Herz der Stadt. Vom Wasser aus konnte man alles wunderbar beobachten, vor allem um 8 Uhr morgens ein wahnsinniger Anblick. Manly Beach ist um einiges schöner als Bondi Beach, der mir zu hipp und voll war. Rund um: Sydney und Umgebung in wenigen Tagen abgefrühstückt. Mir hat es durchaus gefallen, aber ich hab das Gefühl Melbourne gefällt mir besser :)

Was mir an den Stränden aufgefallen ist, ist die unglaubliche Anzahl von Joggern. Jeder joggt hier und zwar gefühlt den ganzen Tag. Da kommt man sich fast unsportlich vor, wenn man mal geht. Außerdem ist man als Schwimmer fast ein Außenseiter, weil nur gesurft wird. Aber die Strände an sich sind natürlich der Wahnsinn…

Zum A380 von Singapur nach Sydney gibt’s eigentlich nicht so viel zu berichten. Von außen ein riesiger Vogel von dem man nie denkt, dass er abheben würde. Von innen sieht er aus wie jedes andere Flugzeug. Nur das die First Class eigene Suiten hat und die Business Class einen Sessel, der so groß ist wie 3 Economysitze. Und auch dort sitzt man schon sehr angenehm. Neben mir saß ein schüchterner Chinese mit dem ich mich ein wenig unterhalten habe und der schon wieder zu Hause sein müsste.

Achja Flugzeug und Einreise ist noch ein Stichwort: Wie ihr alle wisst plane ich ja ganz gerne Dinge und auch den Urlaub habe ich ausführlich geplant. Eigentlich hab ich auch an fast alles gedacht, aber an eines dann  doch nicht: Meine Golfschläger und Golfschuhe sauber zu machen. Als ich in Sydney durch die Quarantäne wollte sagt die Frau dort, dass das so nicht ginge. Die Sachen wären „not good enough“. Aha dachte ich. Sind meine Schläger zu schlecht? Aber sie hat keinen Witz gemacht. Die Sachen waren dreckig und der Dreck bestand aus Gras und Erde. Woraufhin sie meine Schläger rausnimmt, meine Schuhe mitnimmt und alles sauber macht. Noch dazu hätte ich eigentlich eine Strafe von 220$ zahlen müssen, die sie mir gnädiger weiße erlassen hat. Dafür bin ich jetzt offiziell verwarnt von dem Quarantäneministerium Australiens. Beim nächsten Mal, wenn sowas passiert, muss ich entweder zahlen oder darf gar nimmer rein :D

Noch ein kleiner Abschnitt über Singapur: Die Stadt hat mir wirklich gut gefallen und die Zeit zusammen mit Stephan war herrlich – wie immer mit ihm. Soviel Freundlichkeit erlebt man selten, dass es einem nach ein paar Tagen schon fast aufregt, dass sie dort nie jemand aufregt. Aber gut :) Es war brutal heiß und schwül, aber sehr interessant und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Ich werde heute Nacht noch in Batemans Bay verbringen, vermutlich mit einer Pizza, einem Buch und dem Strand. Danach geht’s in ein Nest namens Mallacoota. Dort hab ich gerade eben ein Motel gebucht. Vermutlich Donnerstagnacht ein letztes Mal direkt an der Küste und ab Freitag in Melbourne. Keine Sorge Geoff – ich bleib erstmal paar Tage bei meinem Kumpel pennen :) Aber ich denke wir sehen uns schon am Wochenende irgendwo.

Soviel von mir. Jeder der das hier gelesen hat, darf mir ruhig erzählen wie es ihm so geht. Ich genieße zwar jede Minute hier, vor allem die PC freie Zeit und das Nicht-Auf-Die-Uhr-Schauen, aber vermisse euch in Deutschland doch auch sehr. Also lasst was von euch hören!

Dominik

P.S.: Warum Fledermäuse? Weil außer den 8000 Menschen auch noch 300 Fledermäuse beim Konzert in Canberra dabei waren :)

 

2 replies


  1. Hi Domi,
    klasse, dass du hier so ausführlich erzählst und auch recht anschaulich, so das man sich vieles vorstellen kann, auch wenn man nicht da war. Am Strand wäre ich jetzt gerne. Hier hat es gestern echt stark geschneit, aber da es über Null Grad hat ist heute schon fast wieder alles weg. (Mag auch am Regen liegen)
    Was ist sonst noch so passiert?
    Am Sonntag hab ich mit den Garfields den zweiten Platz beim Hallentunier gemacht. In der Gruppenphase haben wir die amateure, die grossen Favoriten auf den Gesamtsieg, noch in Schach gehalten und ein Unentschieden erzielt. Im Finale allerdings waren sie mit einer Nasenspitze vorne. Schade. Sonst wären wir beim Mastertunier dabei gewesen.
    Ansonsten: Diplomarbeit und Uni.
    Auch ja und heute waren die Leute von der Hausverwaltung bei mir und haben ein faustgrosses Loch in meine Wand gemacht. Ich kann jetzt auf das Mauerwerk schauen. Das musste gemacht werden, weil in der Wand Risse entstanden sind.

    Grüß mir Geoff, wenn du ihn siehst.
    Wünsch dir noch frohe und erholsame Tage und Wochen in Australien und wo du sonst noch so bist. ;-)

    Ulf


  2. Joggen ist hier scheinbar echt sehr angesagt, machen viele Leute.

    Das mit den Golfschlägern ist ne geile Geschichte. :D

    Ich werde hier bald mal auch was wieder posten, versprochen. ;)

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